Kurse zur Obstbaumpflege
Anleitung zum selbständigen Kultur-Obstbaumschnitt
Wie wächst ein Baum und was braucht er, um gut zu gedeihen? Wie erziehe ich junge Bäume, damit sie gesund wachsen und eine Resilienz gegenüber extremen Wetterbedingungen entwickeln können? Wie halte ich alte Bäume fit oder mache sie wieder vital? Wenn Sie sich Antworten auf diese und andere Fragen zu Ihren Obstbäumen wünschen, können Sie sich für einen meiner Obstbaumschnitt-Kurse anmelden. Egal, ob es um die Erziehung junger Bäume oder um die Pflege alter Exemplare geht: Meine Baumschnittkurse bestehen jeweils aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. So können Sie das Erlernte direkt anwenden.
Kursinhalte
Theorie und Praxis
Der Kurs versteht sich als eine praktische Einführung in den Obstbaumschnitt auf Grundlage der Öschberg-Methode.
Im theoretischen Teil (5h online Seminar) wollen wir ein Grundverständnis für Obstbäume entwickeln. Dies geschieht exemplarisch an Themen wie Sortenwahl, Pflanzung, Baumgesundheit, Baumgestalt, Schnitttechniken, Wundversorgung, Werkzeug und Sicherheit etc. Durch Ihre Fragen bestimmen Sie die Schwerpunkte des Seminars mit. Die Theorieeinheit kann auch ohne Praxistag gebucht werden.
Während des praktischen Teils (6h) bearbeiten Sie in Zweiergruppen Jung- bzw. Altbäume nach der Öschbergmethode. Dabei wenden Sie das Erlernte in Form konkreter Baumansprache an und führen alle notwendigen Schnittarbeiten selbständig durch. Dabei erfolgt eine intensive persönliche Betreuung. Besonderen Wert lege ich auf stete Wiederholung und praktische Anwendung des Gelernten, damit Sie in die Lage versetzt werden, Ihre eigenen Obstbäume in Zukunft selbst zu pflegen.
Bedingung für die Teilnahme an den Praxistagen ist die vorherige Teilnahme an der theoretischen Einführung.
Schnittkurse zur Jungbaumerziehung und Altbaumrevitalisierung
Termine und Preise 2027
Die theoretische Einführung für die Kurse erfolgt in Form eines fünfstündigen online Seminars (zoom) und ist unabhängig vom Praxismodul buchbar. Die Kosten für die Teilnahme an der Theorie belaufen sich auf € 85,-
Praxistage können nur besucht werden, wenn Sie vorher die Theorie gehört haben. Die Kosten für die Teilnahme am Praxistag belaufen sich ebenfalls auf € 85,-
Um eine enge Betreuung zu gewährleisten, ist die Teilnehmerzahl für die Praxistage (6h) ist auf jeweils 12 Personen begrenzt.
Professionelles Werkzeug (Schere, Säge und Leiter) werden von mir gestellt.
Obstbaumerziehung in der Schloßgärtnerei Wiligrad, bei Lübstorf
Kurs A
Die Obstbäume in Wiligrad werden seit einigen Jahren liebevoll und konsequent nach Öschberg erzogen. Bei den Kursbäumen handelt es sich um eine Streuobstwiese, die 2017 neu angelegt wurde und, wahlweise, um 10-15 Jahre alte Bäume, die kurz vor der Ertragsphase stehen. Das Grundgerüst der Bäume ist professionell angelegt und die erlernten Konzepte sind gut auf den realen Baum zu übertragen. Im Wesentlichen stehen hier Apfelbäume.
Schwierigkeitsgrad: gering bis erfahren
Leiterhöhe: gering bis mäßig, optimal für EinsteigerInnen aber auch interessant für Fortgeschrittene.
Theorie:
Freitag, 15.01.2027, online, 15:00-20:00 Uhr,
Kosten: € 85,-
Praxis:
Samstag, 16.01.2027, Schlossgärtnerei Wiligrad, 10:00-16:00 Uhr,
Kosten: € 85,-
Der Kurs findet in Kooperation mit Andre Lenz, Schlossgärtnerei Wiligrad, statt.
Obstbaumerziehung im Freilichtmuseum Mueß, in Schwerin
Kurs B
Die Obstbäume in Muess sind zwischen 10 und 50 Jahren alt und werden seit einigen Jahren im Rahmen des Schnittkurses erzogen. In der Regel ist das Grundgerüst also bereits angelegt und die erlernten Konzepte sind gut auf den realen Baum zu übertragen. Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume - Mueß bietet alles, was das Herz begehrt.
Schwierigkeitsgrad: gering,
Leiterhöhe: gering bis mäßig, optimal für EinsteigerInnen aber auch interessant für Fortgeschrittene.
Theorie:
Freitag, 05.02.2027, online, 15:00-20:00 Uhr,
Kosten: € 85,-
Praxis:
Samstag, 06.02.2027, FLM Muess, 10:00-16:00 Uhr,
Kosten: € 85,-
Der Kurs findet in Kooperation mit der Gärtnerin des Museum, Maria Peters, statt.
Altbaumrevitalisierung auf Gut Wulfsdorf, bei Hamburg
Kurs C
Bäume, die nicht regelmäßig gepflegt werden, altern vorzeitig. Damit geht ein vermindertes Holzwachstum und eine Betonung der Fruchtbildung einher. Aufgrund der reduzierten physiologischen Aktivität der Bäume ist das so gebildete Obst häufig klein und von schlechter Qualität. Der Baum ist nicht in der Lage eine selbsterhaltende Kronenform aufzubauen, stattdessen überwiegen hängende Astpartien und ein Teufelskreis der degenerativen Kräfte setzt ein. Vergreisende Bäume sind auch empfänglicher für Pilzkrankheiten und parasitären Bewuchs als vitale Bäume.
Das Ziel dieses Kurses ist es, ein allgemeines Verständnis für die Zusammenhänge von Wachsen und Fruchten am Obstbaum zu vermitteln. Aus diesem Verständnis heraus werden eine Reihe von Bäumen bearbeitet, die in 2025 zum ersten Mal mit dem Zeil der Reaktivierung und Vitalisierung geschnitten wurden. Der Öschbergschnitt ist dabei die konzeptionelle Grundlage der Arbeit am Obstbaum. Gezielt werden im gesamten Baum Bereiche der Anregung geschaffen und überaltete Strukturen reaktiviert.
Schwierigkeitsgrad: anspruchvoll, Leitertauglichkeit ist Voraussetzung!
Theorie:
Freitag, den 12.02.2027, 5h online,
Kosten € 85,-
Praxis:
Samstag, den 13.02.2027, Ahrensburg bei Hamburg, ca. 6h,
Kosten € 85,-
Der Kurs findet in Kooperation mit Dr. Michael Riebandt, Pomarium Gut Wulfsdorf, statt.
Informationen zur Kursbuchung
Ich empfehle, zunächst mit dem Kurs zur Jungbaumerziehung zu beginnen und den Altbaumkurs als Aufbaukurs zu belegen.
Wenn Sie die Teilnahme an einem Kurs verschenken möchten, kann ich Ihnen gerne einen Gutschein ausstellen.
Die Theorie kann auch einzeln gebucht werden.
Voraussetzung für die Teilnahme am Praxistermin ist die vorherige Teilnahme an der Theorie.
Alle Kursangebote und -termine vorbehaltlich. Die Kurse finden nur statt, wenn jeweils ausreichend Anmeldungen zustande kommen.
Der Baumschnitt nach Öschberg
Ein stabiles Gerüst
Der Obstbaum ist kein Natur-, sondern ein Kulturgehölz. Für ein langes, gesundes Leben und wohlschmeckende Früchte muss er kultiviert werden. Der Öschbergschnitt setzt auf eine konsequente Kronenerziehung und stabiles Grundgerüst, durch die ein Baum seine Stabilität auch im Alter und bei großer Fruchtmenge erhält. Erdacht und erprobt wurde er im Jahr 1930 von Hans Spreng in der Schweiz. Obstbaum-Experte Helmut Palmer entwickelte ihn stetig weiter. Die Kultivierung der Jungbäume geschieht in der Regel über 12 bis 15 Jahre. Anschließend ist der Pflegeaufwand jedoch relativ gering. Aber auch Altbäume können auf die Öschberg-Methode umgestellt werden. Hier wird das Verhältnis von Holzwachstum und Fruchbildung wieder harmonisiert. Die Obstqualität wird dabei vor allem durch die Durchlüftung der Baumkrone und der bestmöglichen Belichtung der Früchte verbessert.
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